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Lieblingsbücher

  • Autorenbild: nicolagrote
    nicolagrote
  • 4. Jan.
  • 5 Min. Lesezeit

Ein Leben ohne Bücher kann ich mir nicht vorstellen. Seit meiner Kindheit bin ich eine begeisterte Viel-Leserin. Bücher sind für mich kostbar. Wenn mich eine Geschichte besonders beeindruckt hat, schaue ich mir genau an, woran das gelegen hat. Ist es die besondere Sprache, der Erzählton? Sind es die Romanfiguren, die mich so berührt haben? Oder der spannende Plot, die kluge Dramaturgie? Heute möchte ich euch vier Bücher vorstellen, die einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen haben, Es sind keine Neuerscheinungen dabei und auch kein Roman, der 2024 auf den deutschen Bestsellerlisten stand.

Dies ist keine bezahlte Werbung. Alle Bücher habe ich mir selbst gekauft.


Lily King

Writers&Lovers

Romane zu lesen, die bei mir Kopfkino erzeugen, mag ich besonders gerne. Und das ist bei diesem Roman von Lilly King der Fall.

Die Autorin erzählt humorvoll und mit viel Feingefühl von Casey, einer jungen Frau, die zerrissen ist, zwischen den Zwängen der Gesellschaft und ihren eigenen Träumen.

Nach dem Tod ihrer Mutter und der Trennung von ihrem Freund verliert Casey den Boden unter den Füßen. Sie geht planlos nach Boston, jobbt dort als Kellnerin und versucht, sich gegen innere und äußere Widerstände aller Art ein neues Leben aufzubauen. Nur das Schreiben an ihrem Roman bietet ihr Orientierung.

Das Buch hat mich gar nicht mehr losgelassen, so sehr habe ich mit Casey, der Ich-Erzählerin, mitempfunden.


Ich zitiere den allerersten Absatz aus dem Roman:

"Ich verbiete mir strikt, schon am Morgen an Geld zu denken. Wie ein Teenager, der sich den Gedanken an Sex zu verbieten versucht. Wobei ich an Sex auch nicht denken darf. Oder an Luke. Oder an den Tod. Das heißt, keine Gedanken an meine Mutter, die in ihrem Urlaub letzten Winter gestorben ist. Ich darf an sehr vieles nicht denken, wenn ich morgens schreiben will."




Jan Schomburg

Das Licht und die Geräusche

Jan Schomburg erzählt von drei jungen Menschen und ihren Versuchen zu erkennen, wie das eigentlich überhaupt gehen soll: leben.

Mich hat an diesem Coming-of-age Roman sehr beeindruckt, wie authentisch Jan Schomburg das Lebensgefühl der Jugendlichen umsetzt.. Sehr präzise, sehr direkt und schonungslos ehrlich. Eine aufwühlende Geschichte, die mich lange beschäftigt hat.

Sie wird aus Sicht von Johanna erzählt, die in ihren besten Freund Boris verliebt ist,. Aber der ist, für sie unbegreiflich, mit Ana-Clara zusammen, die in Portugal lebt, Johanna will immer alles ganz genau verstehen und den Dingen auf den Grund gehen. Dabei stößt sie zunehmend an ihre Grenzen. Vor allem, als Boris plötzlich verschwunden ist und es Hinweise gibt, dass er sich in Island umbringen will. Gemeinsam mit Boris’ Eltern und Ana-Clara sucht Johanna in Island nach ihm.


Zitat der Ich-Erzählerin Johanna:

"Es war mir natürlich von Anfang an klar, dass es im Grunde eine Schnapsidee ist, nach Island zu fliegen und Boris zu suchen. Island ist zwar nach allem, was ich weiß, ein kleines Land, und alle sind irgendwie miteinander verwandt oder so ähnlich, aber so klein, dass man jemanden, der nicht gefunden werden möchte, innerhalb von wenigen Tagen finden könnte, so klein ist Island natürlich auch nicht."



Griet Op de Beek

Komm her und lass dich küssen

Als erstes ist mir wichtig zu sagen, lasst euch bitte nicht von dem Titel abschrecken. Er klingt nach einer seichten Liebesgeschichte, und das ist es überhaupt nicht..

Es ist die Geschichte von Mona, als sie neun Jahre alt ist und ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben kommt. Von nun an kümmert sie sich um den kleinen Bruder, auch noch als Marie, die neue Frau ihres Vaters, zu ihnen zieht. Mona versucht, den Erwachsenen nicht im Weg zu sein. Artig und gleichzeitig unsichtbar sein, heißt ihr Überlebensmotto. Mona ist Mitte zwanzig, als sie die große Liebe ihres Lebens trifft. Doch, wie soll sie für ihr eigenes Glück eintreten? Mona ist Mitte dreißig und will endlich wissen, wie das Leben eigentlich geht.

Der Roman wird aus Monas Perspektive erzählt und ist in drei Teile aufgegliedert.

Griet Op de Beek passt Monas Erzählstil ihrem jeweiligen Alter an und das gelingt ihr hervorragend.. Die Autorin verzichtet auf dramatische Szenen, legt den Fokus auf genaue Beobachtungen und das Ungesagte zwischen den Zeilen. Das macht es für mich so besonders.


Zitat der Ich-Erzählerin Mona:

"Lügen ist in unserer Familie ein Nationalsport, das haben wir so gelernt, als wir noch kleine Kinder waren, es steckt bei uns im Körper, wie bei anderen Menschen Blut oder Wasser. Papa, der Marie vor allen Unannehmlichkeiten und möglichem Unheil, bewahren wollte, Marie, die nichts lieber tat, als Geheimnisse mit uns zu teilen, um hinterher Loyalität von uns zu verlangen. Alles nur um des lieben Friedens willen, so nennt man das dann."



Tilman Rammstedt

Der Kaiser von China

Ich bin ein Fan von Tilman Rammstedt und habe alle Bücher von ihm gelesen. An diesen rasanten und urkomischen Roman kann ich mich besonders gut erinnern. Auch weil ich 2009 auf einer Lesung von "Der Kaiser von China" in Heidelberg war und Tilman Rammstedt mir mein Buch persönlich signiert hat.

Zum Inhalt: Der Protagonist Keith Stapperpfennig wächst bei seinem Großvater auf, gemeinsam mit seinen vier vermeintlichen Geschwistern und immer neuen, immer jüngeren Großmüttern. In eine von ihnen verliebt Keith sich.

Zum achtzigsten Geburtstag des Großvaters schenken die Enkel ihm eine gemeinsame Reise an ein Ziel seiner Wahl. Als er sich China wünscht, will keiner ihn begleiten. - am Ende bleibt es an Keith hängen. Keith lehnt sich zum ersten Mal in seinem Leben auf, lässt den Großvater alleine fahren und verjubelt das Reisegeld. Der schickt ihm regelmäßig Postkarten aus einem imaginären China, Doch dann bekommt Keith von der jüngsten Großmutter einen Anruf, sein Großvater sei im Westerwald gestorben. Keith verschweigt seinen Geschwistern dessen Tod und schreibt ihnen nun Briefe, in denen er die gemeinsame China-Reise erfindet. Doch je weiter sich Keith in seine Lügen verstrickt, desto deutlicher wird, dass er nicht als Einziger die Unwahrheit sagt.

Dieser Roman hat mich mit seinem Tempo, dem raffinierten Plot, den skurrilen Figuren, der wahnsinnigen Komik vollends begeistert. Eine ganz besonders erzählte Geschichte über das Abschiednehmen und das Erwachsenwerden.


Zitat des Ich-Erzählers Keith:

Dass auch die vorletzte Postkarte nicht aus China kam, war leicht zu erkennen.. Sie war mit einer deutschen Briefmarke frankiert., das Bild des dicken, goldenen Mannes war aus irgendeinem Reiseprospekt herausgerissen und notdürftig über eine Gratispostkarte geklebt worden, eine Ecke hatte sich bereits gelöst, ein Eisbär kam darunter zum Vorschein. Fast alle Karten, die mir mein Großvater in den letzten Wochen geschrieben hatte, waren derart überklebt, manchmal nicht einmal das,, einige zeigten Fachwerk, und beim aufgedruckten »Viele Grüße aus dem Westerwald« war das »dem Westerwald« durchgestrichen und handschriftlich durch ein »Schanghai« ersetzt worden.


Vielleicht kennt Ihr das eine oder andere Buch? Die Reihenfolge der Bücher ist willkürlich. Es sind Bücher, die "was mit mir gemacht haben." Und davon gibt es noch viele mehr. Es freut mich, euch die vorzustellen.. Und wenn euch das auch gefällt, freut es mich noch mehr.









 
 
 

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