Puh, diese Hitze!
- nicolagrote

- 19. Aug. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Wer meine Laufbiografie auf dieser Webseite gelesen hat oder meinen Account auf Instagram verfolgt, weiß, ich bin eine begeisterte Läuferin und das bei jedem Wetter.
Aber bei Hitze zu laufen ist schon speziell und wenn dazu auch noch hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, wird es noch spezieller..
Ich lebe ja an der andalusischen Costa de la Luz und liebe meine frühmorgendlichen Strandläufe am Atlantik.. Aber bei 98% Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von schon 24 Grad morgens um halb acht, ist das eine echte Herausforderung.. Die letzten Tage war das so. Ich gehöre eigentlich zu den Menschen, die nicht schnell schwitzen, auch nicht beim Laufen. Unter diesen Bedingungen ist das allerdings anders.
Los geht es wie jeden Morgen mit demselben Ritual: Aufstehen, Zähne putzen, Laufklamotten an, schnell einen halben Liter Wasser trinken, raus aus dem Haus und direkt loslaufen. Da bin ich, zwar noch etwas müde, aber schon drei Minuten später, wenn ich am Steg über den Dünen angekommen bin, ist die Müdigkeit komplett weg. Und jedes Mal, wirklich jedes Mal, lasse ich bei diesem überwältigenden Blick auf das Meer einen Jubelschrei los . Um diese Uhrzeit sind erst wenige Läufer und Spaziergänger unterwegs und ich habe bisher selten jemanden damit erschreckt. (Ist allerdings auch schon vorgekommen.) Das Geräusch der Wellen, die salzige Meeresluft, dieses besondere, immer wieder anders reflektierte Licht auf dem Wasser und die immense Weite, all das überwältigt mich tagtäglich aufs Neue und erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit,
Die nächsten zwanzig bis dreißig Minuten laufe ich locker und entspannt. Aber dann macht sich in diesen Augusttagen die schwüle, feuchte Luft bei mir bemerkbar. Das Atmen fällt schwerer, der Puls erhöht sich und ich fange an zu schwitzen. Laufen ist für mich normalerweise Meditation, aber davon bin ich jetzt weit entfernt. Die Anstrengung vertreibt das Loskassen, physisch und psychisch. Mir rinnt der Schweiß am gesamten Körper herunter, die Kleidung klebt an der Haut, aber am unangenehmsten finde ich das Schwitzen am Kopf. Ich habe mir die Haare zu einem Dutt zusammengebunden und spüre, wie sie pitschnass werden und der Schweiß über das Gesicht läuft, in den Augen brennt und auf den Lippen salzig schmeckt.. Ich beneide die männlichen Läufer, die mit nackten Oberkörpern unterwegs sind, finde es aber tröstlich zu sehen, dass sie dennoch schwitzen. Wenn ich nach einer Stunde am Ziel ankomme, bin ich so klatschnass, als wenn ich unter der Dusche gestanden hätte. Gestern kam mir auf den letzten Metern ein kleines Mädchen an der Hand seiner Mutter entgegen. Sie blieb stehen, starrte mich mit großen Augen an und fragte laut: "Qué tiene la mujer?" Was hat die Frau? Die Antwort der Mutter konnte ich leider nicht mehr verstehen.. Da war ich schon an ihnen vorbeigelaufen.
Und warum tust du dir das an, fragt sich jetzt bestimmt so mancher Nicht-Läufer und Nicht-Läuferin. Weil ich trotz aller Anstrengung happy bin, wenn ich es dann geschafft habe. Und weil ich mir jetzt am Strand in Windeseile meine nassen Klamotten ausziehe, losrenne, mich glückselig in die kühlen Fluten stürze und einfach nur noch genieße.


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